Ich liebe es, mich beim Kochen in andere Länder zu träumen – neue Aromen zu entdecken, unbekannte Zutaten auszuprobieren und meinen kulinarischen Horizont Stück für Stück zu erweitern. Feijoada ist genau so ein Gericht: ein brasilianischer Klassiker, der nach Wärme, Gemeinschaft und Lebensfreude schmeckt. Schwarze Bohnen, langsam geschmortes Fleisch und diese tiefen, erdigen Aromen erzählen von Traditionen, die man nicht nur schmeckt, sondern spürt. Für mich ist Feijoada eine Einladung, Brasilien mit dem Löffel zu bereisen – und mich dabei kreativ auszuleben.

Was macht das Gericht so besonders?
Es ist ein Gericht, das Zeit braucht – und genau das macht es so wertvoll. Die langen Schmorzeiten, die einfachen Zutaten, die Fülle an Aromen: Feijoada ist Slow Food im besten Sinne. Ein Essen, das zeigt, wie viel Geschmack entsteht, wenn man Geduld, Wärme und ein bisschen Liebe in den Topf gibt.
Woher stammt das Gericht & was ist typisch?
Feijoada hat seine Wurzeln in Brasilien und ist eng mit der afrobrasilianischen Geschichte verbunden. Während der Kolonialzeit entstand dieses Gericht aus einfachen, aber nahrhaften Zutaten: schwarze Bohnen, günstigen Fleischstücken und viel Geduld. Was einst ein Essen war, das aus Not und Kreativität geboren wurde, entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einem echten Nationalgericht, das heute als Symbol für Gemeinschaft und Lebensfreude gilt. In Brasilien wird Feijoada traditionell mittwochs und samstags serviert – ein Anlass, bei dem Familien, Freunde und Nachbarschaften zusammenkommen und die tiefen, warmen Aromen dieses besonderen Eintopfs feiern. Feijoada wird aber selten allein serviert – die Beilagen sind Teil dieses Rituals – sie machen das Gericht erst vollständig. Serviert wird der Eintopf traditionell mit lockerem weißen Reis, der die kräftigen Aromen wunderbar auffängt. Dazu kommt farofa, geröstetes Maniokmehl, das eine leicht nussige, knusprige Komponente ins Gericht bringt. Sehr typisch ist auch couve, fein geschnittener und kurz sautierter Grünkohl, der für Frische und Farbe sorgt. Und als Highlight dürfen Orangenscheiben nicht fehlen. Sie bringen Leichtigkeit und eine angenehme Süße, die perfekt mit den herzhaften Noten der Feijoada harmoniert.
Kann ich Feijoada auch vegetarisch zubereiten?
Ja absolut. Feijoada lässt sich ganz unkompliziert vegetarisch zubereiten – und bleibt dabei genauso aromatisch und sättigend wie das Original. Statt Fleisch kommen herzhafte Komponenten wie geräuchertes Paprikapulver, Pilze, Räuchertofu oder pflanzliche Würstchen zum Einsatz, de dem Eintopf Tiefe und Umami schenken. Die schwarzen Bohnen bleiben natürlich die Hauptrolle und sorgen für die typische cremige Konsistenz. So entsteht eine vegetarische Feijoada, die nicht nur leichter ist, sondern auch wunderbar vielseitig und alltagstauglich bleibt.
Zutaten
- 500 g schwarze Bohnen
- 300 g Schweinebauch
- 300 g Schulterfleisch
- 2–3 Cabanossi oder linguica
- 2 Zwiebel
- 1 Knolle Knoblauch
- ½ Orange
- 2 Lorbeerblätter
- Pfeffer optional Salz
- Öl oder Schmalz
Zubereitungsanleitung
Bohnen vorbereiten
- Nehmt eine größere Schüssel zur Hand, gebt die schwarzen Bohnen hinein, gießt reichlich Wasser dazu und lasst sie über Nacht einweichen.
Bohnen zubereiten
- Die Bohnen am nächsten Tag abgießen und kurz durchspülen.
- Fülle die schwarzen Bohnen in einen großen Topf und gießt so viel frisches Wasser dazu, bis sie vollständig bedeckt sind.
- Halbiert die Zwiebel und gebt beide Hälften direkt in den Topf. Den Knoblauch legt ihr im Ganzen dazu, schneidet ihn aber vorher an der Spitze leicht ein, damit sich das Aroma besser entfalten kann.
- Gebt zusätzlich die Orangenscheiben, die Lorbeerblätter und die Gewürze dazu und lasst alles sanft köcheln.
Fleisch vorbereiten
- In eine separaten Topf gebt ihr den Speck, das Fleisch und die Cabanossi hinzu und alles kräftig anbraten.
Feijoada fertig stellen
- Das Fleisch samt dem Fett zu den Bohnen nach und nach hinzugeben und alles gut miteinander vermengen.
- Lasst die Feijoada mehrere Stunden bei niedriger Hitze schmoren, bis die Bohnen cremig sind und das Fleisch weich zerfällt.
Optional Reis als Beilage servieren
- Wenn ihr möchtet, könnt ihr parallel dazu Reis zubereiten, der später als typische Beilage perfekt zur Feijoada passt. Viel spaß beim ausprobieren.





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